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Samstag, 15. Oktober 2016
Dienstag, 24. Mai 2016
Christen in der arabischen Welt
Im Chaos des Nahen Ostens werden die Christen immer weniger und obwohl der Westen ihnen das Fundament seiner Kultur verdankt, verschließt er davor die Augen. Der Orient ist die Wiege des Christentums. Die Geschichte der Christen ist 2000 Jahre alt. Ihre Kirchen stammen aus dem 1. Jahrhundert, als Europa noch heidnisch war und sie waren schon vor dem Islam dort. Unter allen Regimen wurden sie diskriminiert wenn nicht gar umgebracht und haben dennoch überlebt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war im Nahen Orient jeder vierte ein Christ, heute sind es 11 Millionen unter 320 Millionen Muslimen.Sehr lohnenswerte Doku von Arte. Wer sich für aktuelle globale Geschehnisse interessiert sollte diese Doku unbedingt ansehen!
Ob sie überhaupt noch eine Zukunft haben, „auf ihrem angestammten Boden“, hängt, das hören wir in diesem Film immer wieder, entscheidend davon ab, wie sich der Westen verhält. Für diesen, sagt Martiny, haben die Christen in der arabischen Welt strategisch keine Bedeutung mehr. Und sie haben keine Zukunft mehr, wenn sich an dieser „strategischen“ Haltung nichts ändert, die zu Bündnissen mit ausgerechnet denen führt, welche die Verfolgung nicht nur einer Religionsgemeinschaft, sondern aller Andersdenkenden betreiben - mit Saudi-Arabien und dem Regime Erdogan.
Wenn das so weitergeht, da sind sich die Geistlichen verschiedener Konfessionen, die Experten und überhaupt alle, die Martiny in seinem Film hört, einig, werden nicht nur die Christen aus der arabischen Welt verschwinden. Es wird sich „eine Katastrophe der Zivilisation“ vollenden. Sieht man sich an, wie ignorant Politik und Amtskirchen bei uns selbst auf die Verfolgung von nach Deutschland geflüchteten Christen reagieren, die hier, im Exil, neuen Peinigungen ausgesetzt sind, vor denen man die Augen nicht verschließen darf, kommt nicht viel Hoffnung auf.Artikel in der faz.
Dienstag, 16. Februar 2016
Selig sind die Belogenen
Ich bin beim Stöbern im Internet bei einem Text über den Dialog mit dem Islam in Europa gestoßen ( eine bessere Quelle habe ich leider nicht gefunden ). Der Text ist zwar schon etwas älter, hat aber meiner Meinung nach wenig an Aktualität eingebüßt. Autor ist Bassam Tibi, ein deutscher Politikwissenschaftler syrischer Herkunft. Erschienen in der Printausgabe der Zeit 23/2002.
Ein interessanter und nach wie vor aktueller Text der mir einige neue Denkansätze geliefert hat.
"Der Bischof von Hildesheim wollte dem Dialogaufruf folgen und suchte den Imam einer Moschee auf, um eine christlich-islamische Begegnung herbeizuführen. Der Imam empfing den Bischof höflich und überreichte ihm ein Exemplar des heiligen Buches der Muslime. Der Bischof nahm den Koran dankend entgegen und wollte dem Imam als Gegengabe die Bibel schenken. Doch der sah ihn entsetzt an und lehnte es ab, das Buch auch nur anzufassen."
"So bezeichnet das Wort "Friede" im Islam nichts anderes als die Ausweitung des Dar al-Islam auf die gesamte Welt - etwas ganz anderes also als der aufgeklärte "ewige Friede" Kants. Auch unter Toleranz versteht der Islam etwas anderes als die westliche Aufklärung, nämlich die Duldung nichtislamischer Monotheisten - also nur von Juden und Christen - als Dhimmi (Gläubige, jedoch zweiter Klasse), das heißt: als geschützte, aber unmündige Minderheiten."
"Ehrlichkeit gibt es nur, wenn man ohne Selbstzensur, ohne Tabus und ohne Duckmäuserei miteinander reden kann. Die Geschäftsgrundlage muss die Akzeptanz des religiösen Pluralismus sein, also die Anerkennung der Gleichberechtigung der Religionen. Weder Beschuldigungen noch Selbstbezichtigungen helfen dabei weiter. Scheut man die Kontroverse nicht, wird man bald auch auf Verbindendes stoßen."
Ein interessanter und nach wie vor aktueller Text der mir einige neue Denkansätze geliefert hat.
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